Am 21. April 2010 gaben die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) und der Bundesverband der Chemischen Arbeitgeberverbände (BAVC) in einem Presseartikel den Abschluss eines neuen Tarifvertrags in der Branche bekannt. Sie hat eine Laufzeit von 11 Monaten und wird je nach Region zwischen dem 1. April 2010 (rückwirkend) und dem 1. Juni 2010 550.000 Mitarbeiter in 1.900 Betrieben umfassen. Die IG BCE und ihre Vorgängerorganisationen haben in den letzten 25 Jahren eine wesentliche Rolle bei der Sicherstellung eines gerechten Übergangs gespielt, da die Belegschaft im Bergbau stark reduziert wurde. Im Rahmen der Tarifverhandlungen wurden innovative Vereinbarungen mit neuen Modellen im Anpassungsprozess getroffen. Generell ist der Einfluss der deutschen Gewerkschaften seit 1990 zurückgegangen und musste 2004 sinkende Realeinkommen und eine Reform des Sozialsystems (“Hartz-IV-Gesetze”) hinnehmen, die die Löhne zusätzlich unter Druck setzten. Seit einigen Jahren setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften für die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland ein. Bis weit in die 1990er Jahre hinein hatten sie diese Idee abgelehnt, weil sie durch ihre starke Position im deutschen Tarifsystem bessere Ergebnisse erzielten. [2] “Das Im deutschen Bergbau verwendete Just Transition-Modell ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein solcher Prozess von Gewerkschaften gehandhabt werden kann. Wir loben die Arbeit der Sozialpartner, insbesondere der IG BCE, während dieser Transformation.” Der DGB koordiniert gemeinsame Forderungen und Aktivitäten innerhalb der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Sie vertritt die Mitgliedsgewerkschaften in Kontakt mit den Regierungsbehörden, den politischen Parteien und den Arbeitgeberverbänden.

Der Dachverband ist jedoch nicht direkt an Tarifverhandlungen beteiligt und schließt keine Tarifverträge ab. 2007 einigten sich die Sozialpartner im deutschen Steinkohlenbergbau darauf, die Steinkohleförderung bis 2018 auslaufen zu wollen. Allerdings machen fossile Brennstoffe immer noch einen wichtigen Teil des Energiemixes aus, und die in Deutschland erzeugte Braunkohle oder Braunkohle stammt immer noch von einem Teil davon. IG BCE-Präsident Michael Vassiliadis betonte in einer Presseerklärung, dass die neue Vereinbarung ein hervorragendes Ergebnis für die Beschäftigten der Branche sei und den unterschiedlichen Bedürfnissen in der Branche gerecht werde. Peter Hausmann, Vorstandsmitglied der IG BCE, betonte, dass der jüngste Tarifvertrag der jüngeren Generation neue Perspektiven eröffnet und Arbeitsplätze gesichert habe. Die IG BCE hatte bewiesen, dass Tarifverhandlungen auch unter schwierigen Umständen funktionieren können. Die Sozialpartner der Branche entwickelten neue Modelle und wegweisende Lösungen. Im April 2010 schlossen die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie und der Bundesverband der Chemischen Arbeitgeber einen neuen Tarifvertrag in der deutschen Chemieindustrie. Das Abkommen sieht Pauschalzahlungen vor und enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Rezession. Es sollen neue regionale Netzwerke sowie ein Fonds zur Unterstützung von Unternehmen eingerichtet werden, die Auszubildenden, die ihre Lehre abschließen, eine Weiterbeschäftigung anbieten. Während das Lohnniveau im Chemiesektor gleich bleibt, garantiert der neue Tarifvertrag Pauschalzahlungen in Höhe von 550 € (611 EUR bzw.

715 EUR für Schichtarbeiter und 150 EUR für Auszubildende).